Was glaubst du?

Was bedeutet „Glaube“ für mich?
Wenn ich an etwas Glaube, weiß ich etwas nicht. Ich kann es mit meinem Verstand nicht voll und ganz erfassen oder erklären. Es gibt möglicher Weise auch keine wissenschaftlichen Beweise oder der Gleichen. Ich bin mir etwas nicht sicher, aber ich glaube es, weil es sich „gut“ und „wahr“ anfühlt. Es zeigt mir möglicher Weise eine Richtung, die mir richtig erscheint und Sicherheit gibt.

Was bedeutet „sich sicher sein“?
Etwas wird als „wahr“ erachtet – ist „Realität“. Das erzeugt demnach Sicherheit und Stabiltät. Doch jeder Mensch kreiiert sich seine Wahrheit, sei es, indem er sie von anderen übernimmt, oder sie aus sich selbst heraus entwickelt…

Was sind Gefühle?
Gefühle sind Reaktionen meines Körpers. Auf die Außenwelt, auf Gedanken oder auch nur auf Steuerungsabläufe in meinem Körper (zb. Hormone). Wenn ich etwas wahrnehme, beobachte oder denke, bewertet mein Geist und fasst das was er wahrnimmt in Worte, welche widerrum mit Gedanken/Erfahrungen/Erinnerungen verknüpft sind, welche dann – als Reaktion – Gefühle entstehen lassen. Selbst wenn ich in einem Buch lese, haben die Worte ihre „eigene“ Bedeutung für mich. Deshalb ist es oft so, dass wenn ich ein Buch Jahre später noch einmal lese, es mir eine andere Sichtweise offenbart. Weil sich die Bedeutung und Wichtigkeit der Wörter für mich verändert hat.  Andereseits – lese ich zb. ein Buch über Metaphysik und kenne die Hälfte der Worte nicht, hab ich kein Bild und demnach auch kein Gefühl dazu. Ich kann das, was ich lese nicht einordnen, habe dafür kein Verständnis. Jetzt kann ich mir natürlich ein Wörterbuch zur Hand nehmen, welches mir die Bedeutung mit Wörtern dich ich „kenne“, beschreibt.
Das heißt für mich – Gefühle sind, ebenso wie Gedanken, mit der Vergangenheit verknüpft. Wenn ich nun einen Schritt zurück gehe und meine Gefühle neutral beobachte, „sehe“ ich meine Reaktionen. Ich nehme sie wahr, richte aber nicht mein Weltbild danach aus…. Die Gefühle „sind“ einfach.

Zurück zum Glauben….
Wenn ich nun an etwas glaube, heißt das auch, dass es etwas gibt, an das ich nicht glaube. Somit mache ich etwas „nicht fassbares“ zu einem Gedankengebilde – einer Struktur – welches ich in meine Schubladen einordnen kann. Dieses Gedankengebilde verändert sich – wenn etwas passendes dazukommt ergänzt es sich, andere Teile lösen sich auf. Scheinbar in Bewegung, bleibt es jedoch immer die gleiche Struktur weil „unpassendes“ nach – meist eher kurzen Überlegungen – aussortiert wird.  Selbst wenn sich der Großteil verändert und abfällt bleibt doch meist die Basis bestehen. Und verliert die Basis ihre Kraft…

… „Verliere“ ich meinen Glauben – bewusst oder unbewusst. Das kann ein immenser Zusammenbruch sein. Sich nicht mehr festhalten zu können an dem Gebilde, lässt das Gefühl aufkommen unterzugehen in Zweifeln und Fragen. So viele Fragen… Die Suche nach dem „Sinn des Lebens“, meines Da-Seins. Andere sagen vielleicht: „Sie hat eine Glaubenskrise.“ und es wird versucht zu reparieren und umzuordnen, um das Spiel erneut zu beginnen.

Ich wollte meinen „eigenen“ Glauben finden und habe dabei entdeckt, dass ich an nichts mehr „glauben“ will. Was jedoch nicht gleichbedeutend damit ist, dass ich nicht offen bin für die Welt und ihre Geheimnisse. Im Gegenteil! Wenn mich jemand fragen würde woran ich glaube, würde ich sagen: Ich glaube nicht – ich betrachte alles als Möglich.

Unsere „Wahrheit“  ist in der Gegenwart zu finden. Sie ist nicht einmal verborgen! Unser Denken, Fühlen und unsere Handlungen zeigen sie in jedem Augenblick. Wenn du deine Wahrheit finden willst, dann beobachte dich selbst. Jeden Tag aufs Neue. Jede Gedankenstruktur, jede Theorie, Philosophie oder Interpretation ist eine Anhäufung von vergangenen (Fremd)Ideen und (Fremd)Erfahrungen… Wahrheit kann nie „endgültig“ sein. Weil auch die Gegenwart, das Einzige was wirklich existent ist, nie endet und IMMER ALLES in Bewegung ist…

Für mich ist somit das Einzige was ich tun kann, jeden Augenblick so bewusst wie möglich zu betrachten. Bewusst zu „sehen“ was ich denke, fühle und daraus bewusst zu entscheiden wie ich handeln will…

Das ist „meine Wahrheit“. Jetzt. 🙂
Danke.

Ein Kommentar zu “Was glaubst du?

  1. sophie0816 sagt:

    gedanken die auch ich immer mal wieder hin und her schiebe. was ist glaube? was ist wahrheit? kann da mit deinen ausführungen gut mitgehen. „Ich glaube nicht – ich betrachte alles als Möglich.“ genau 🙂 glaube empfinde ich bei mir als etwas unbeständiges. am liebsten ersetze ich es mit vertrauen, so gut es geht 😉

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