(K)ein Grund zur Freude?

Freude ist für mich ein großes Wort. Besonders das Wort „Lebensfreude“. Wenn ich dieses Wort ausspreche fühlt es sich oft unwirklich an. Ich denke dabei an „Friede – Freude – Eierkuchen. Das Leben ist (immer) schön!“ Ich hab lange gebraucht um zu erkennen was dieses Wort für mich wirklich bedeutet. Und vor einigen Monaten bekam ich dazu folgenden Gedanken:

„Freude ist Leichtigkeit des Herzens.“

Ich weiß nicht ob es nur mir so geht. Ich habe oft Gedanken und in dem Moment indem ich sie habe, verstehe ich sie nur zu einem Teil. Erst mit der Zeit offenbart sich mir, stückweise, ihre Bedeutung.

Es gibt Phasen mit wenigen freudvollen Momenten. Das, was ich sonst gerne tue, macht keinen Spaß. Eigentlich macht gar nichts mehr wirklich Spaß. Ich trete scheinbar auf der Stelle, fühle mich leer, antriebslos und es fällt mir schwer mich aus diesen Gefühlen herauszuheben um „weiter zu kommen“. Umso zwanghafter ich es versuche, umso tiefer rutsche ich hinein. Diese Thematik habe ich in meinen anderen Beiträgen schon beschrieben…

Nun habe ich bemerkt, dass manche Wörter, wie „Vernunft, Ernst & Realismus“, Gefühle in mir hervorrufen, die mein Herz auf Dauer beschweren. Vermutlich deshalb, weil ich sie noch nicht durch mich selbst integriert habe und sie so beladen sind mit den Ideen anderer, dass es mir dadurch schwer fällt, meine eigene Wesensart zu leben. Sie bringen mich dazu mich anzupassen, zu verbiegen, zu verleugnen um Anforderungen/Erwartungen/Vorstellungen zu erfüllen.

Finde ich nicht wieder zurück zu mir, verliert das Leben an Sinnhaftigkeit… Und spätestens dann ist es für mich notwendig, aus diesem – zum Teil selbst erschaffenen Käfig – auszubrechen um wieder Freude empfinden zu können. Spontane und impulsive Handlungen. Etwas tun, was meiner Norm widerspricht. Neues lernen. Neue Menschen. Neue Orte. Neue Musik. Neue Gedankengänge. Was auch immer! Ich sehne mich nach diesen „Abnormalitäten“.

Im Moment bin ich dabei mich selbst wieder zu ent-decken. Meine Bedürfnisse und Wünsche, meine Kindlichkeit, Verspieltheit, Chaotik, der Drang mich zu bewegen, zu zappeln wenn mir danach ist … Dieses „mich wiederfinden und erleben“ – so spüre ich – lässt mein Herz weit und leicht sein. Und mit dieser Leichtigkeit kommt auch die Freude. Über die Spiegelung der Sonne in einer Wasserpfütze, einer schönen Erinnerung, einem unerwarteten Lächeln, der Begegnung mit Menschen, die ich liebe usw… Es geht nicht darum „was“ ich erlebe, sondern um das Erleben selbst. Darum, wie offen mein Herz in diesem Moment ist. Oder wieviel Druck & Schmerz ich mir aufbürde. Freiheit ist ebenso ein wichtiger Aspekt. Wie kann ich mich von diesem/meinem Schmerz befreien? Und in wie weit hält mich mein Bedürfnis nach Sicherheit davon ab, das zu tun, was ich wirklich tun möchte? Umso offener und leichter mein Herz ist, umso intensiver kann ich den Moment wahrnehmen und erleben.

Wahre Freude entsteht, wenn ich mir die Freiheit gestatte – mein Selbst authentisch zu erleben. Und dieses „Selbst“ immer wieder neu zu ent-decken. Auszugraben. Den Schmerz der Vergangenheit abzuschütteln. Dem Druck der Zukunft zu trotzen. Darüber hinauszugehen und wie ein Phönix aus der Asche emporzusteigen – um zu fliegen.

 

 

2 Kommentare zu “(K)ein Grund zur Freude?

  1. LSA sagt:

    Hat dies auf Puzzle World rebloggt und kommentierte:
    Einfach unglaublich schön. Mir geht es zur Zeit wieder sehr ähnlich. Ich versuche in Kleinigkeiten; Freude und für einen kleinen Moment innere Zufriedenheit zu finden. Und wenn es nur die herbstlichen Blätter der Bäume im Sonnenschein sind….. ich bin schon mal auf dem richtigen Weg<3

  2. Chaos sagt:

    Sehr schön geschrieben. Manchmal findet man die schönheit des lebens ganz spontan und ohne das man danach sucht..

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s