Mein Weg zurück zu mir


Ich möchte euch etwas über meinen Weg erzählen.
Worum es für mich wirklich geht
und über die Dynamik dahinter
soweit ich sie momentan
erkennen und in Worte fassen kann.

Ich schreibe bewusst in der ICH-Form
denn es gibt so viele Wege
wie es Menschen gibt und kein Weg
ist besser oder schlechter als der Andere.

Vielleicht findet ihr Parallelen oder Hinweise
um eure eigene Dynamik klarer zu erkennen,
denn im sich Selbst-Bewusst-Sein
liegt große Kraft, Macht und Verantwortung 😉



Was bedeutet es „bei mir“ zu sein?

Ich möchte mit einem Auszug aus dem Buch
„Stille spricht“ von Eckhart Tolle beginnen:

„Wenn Du den Kontakt mit deiner inneren Stille verlierst,
so verlierst Du den Kontakt mit dir selbst.
Wenn Du den Kontakt mit dir selbst verlierst,
verlierst du dich selbst in der Welt.

Dein innerstes Verständnis von dir selbst,
was du bist, ist untrennbar von Stille.
Dies ist das „Ich bin“, das tiefer ist als Name und Form…

… Wenn du einen Baum anschaust
und seine Stille wahrnimmst, wirst du selbst still.
Du verbindest dich mit ihm auf einer sehr tiefen Ebene.
Du fühlst diese Einheit mit was immer du
in und durch Stille wahrnimmst.
Diese Einheit deines Selbst mit allen Dingen zu spüren,
ist wahre Liebe.“

In meinem Leben bin ich ständig auf der Suche
nach Intensität.
Ich bin ein richtiger Intensitätsjunkie!
Intensität = Tiefe.
Ich empfinde also eine sehr starke Sehnsucht danach,
die Tiefe meines Seins im Leben zu erfahren.

In diese Tiefe finde ich durch Liebe.
Die Liebe zu dem was ich tue,
die Liebe zur Natur,
zu Tieren,
anderen Menschen,
mir selbst…

Je nach Situation, gegenwärtigen Zustand und Thematik
erfahre ich diese Liebe über den Ausdruck der
Freude (Hingabe, Offenheit, Lebenslust usw.)
oder den des Leids (Widerstand, Angst, Drama usw.)

Der für mich am bekanntesten
und damit gewohnte Weg ist der, über das Leid.

Durch den Vergleich mit einem Flussbett
wurde mir klar, dass der leidvolle Weg
bereits eine stärkere Spur hinterlassen hat
als der freudvolle und ich die Tiefe der Freude
noch als ungewohnt und dadurch „weniger“ empfinde.

Ich habe zb. Angst davor,
mich ganz auf jemanden einzulassen,
mich dadurch selbst zu verlieren,
verletzt zu werden oder den Anderen zu verletzen.

Denn umso tiefer mich jemand berührt,
umso mehr Licht wird in mein Sein geworfen.
Ob Liebe dann leid- oder freudvoll erfahren wird
hängt davon ab, womit, wie stark und auf welcher Ebene
ich mit der anderen Person resoniere.

So werden nicht nur schöne, lichtvolle Anteile
sondern ebenso meine unbewussten Schattenanteile sichtbar.
Nichts bleibt ungesehen oder kann verdrängt werden.
Ich verliere die „Kontrolle“.
Das ist meist nicht sehr angenehm,
aber nur durch die Interaktion mit anderen
können diese Anteile in den lichten Raum
meines Bewusstsein dringen.
Alles darf sein, hat seine Berechtigung
und seine Aufgabe.

Je nach Tiefe und Intensität des Leidens komme ich
entweder an den Punkt
an dem ich keine andere Wahl,
oder keine Kraft mehr habe
um meinen inneren Widerstand
gegen das was IST aufrecht zu erhalten.
Oder es reicht das bewusste
Erkennen meines Leids.

Ich gebe auf und sehe einfach nur wertfrei hin.
Ich betrachte meine Lebenssituation
andere Menschen und ihre Handlungen,
meine eigenen Gedanken, Gefühle, Reaktionen,
Wünsche, Sehnsüchte, Muster,
die Geschichte, die ich mir darüber erzähle,
das, was ich für „wahr“ halte usw.

Das Leid wird zum Geschenk,
welches mir dabei hilft all das,
was meiner Erfahrung von freudvoller
und befreiter Liebe im Weg steht
zu erkennen und durch meine
bewusste Aufmerksamkeit
und Annahme zu heilen.

Ein Gefühl des Friedens und der Stille breitet sich aus
denn ich öffne mich für den gegenwärtigen Moment
und fühle mich all-ein als Ganzes.
Ich bin verbunden mit dem Leben
und der Tiefe meines Selbst – meiner wahren Liebe –
Aus welcher ich nun auch klar, direkt, stark und liebevoll
handeln und agieren kann…

…bis ich aus welchen Gründen auch immer,
mein Bewusstsein wieder verliere
und das Spiel des Leidens von neuem beginnt.

Aber mit jedem Mal verliert das Leid
an Macht, Kraft, Dauer und Wahrhaftigkeit,
da ich weiß, dass es nur ein Ausdruck
meines momentanen Bewusst-Seins-Zustandes ist.
Ich weiß was ich zu „tun“ habe, was ich wirklich will und
dass alles was ich brauche IN mir liegt.

Die Erfahrung des All-Ein-Seins wird verinnerlicht
und die Intensität und somit mein „Weg“ der Freude vertieft.

In Beziehungen in denen beide bewusst
den Weg zu sich selbst beschreiten
kann die freudvolle Tiefe des Seins
gemeinsam ergründet
und das gegenwärtige „Haben“
die Fülle, die bereits ent-deckt wurde
miteinander geteilt werden.

Im Vertrauen auf das Bewusstsein
und die Kraft des Anderen,
uns Selbst und den gemeinsamen Halt
der dadurch entsteht kann
jeder noch vorhandene Schattenanteil in uns
durch den Spiegel des Anderen
erkannt und geheilt werden.

So dringen wir immer tiefer ein
in unser ureigenes Sein,
– in die wahre Liebe –
Um immer bewusster und befreiter
unser Leben
gemeinsam und allein
zu erfahren.


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