Märchenmond

Dein Silberschein
durchwirkt die Nacht
dein Licht ist voll Magie
ich schließ‘ die Augen
fühle nur und öffne weit
mein Herz
um alles was sich zeigen mag
ob Freude, Liebe, Schmerz
ganz tief in mir zu spür‘n.

Da hör‘ ich es
ganz leise klingen
und sanft wie Wellen
auf dem Meer
trägt der Schein
des Märchenmondes
all meine Kinder
zu mir her.

Sie tauchen auf
aus meinen Tiefen
aus meinem Schattenreich
hab sie verstoßen, ignoriert
verurteilt und missachtet.
Bitte verzeiht mir meine Angst
es fehlte mir der Mut
euch anzusehen
zu erhören
und in mich aufzunehmen.

Nun jedoch bin ich bereit
mich selbst in euch zu sehn
ich hör euch zu, ich lausche euch
möchte euch verstehn.
Dennoch müsst ihr mir nicht
euren Namen nennen
denn ich fühl die Sehnsucht
in euch brennen
die Sehnsucht in euch,
geliebt zu Sein
ungehemmt
wahrhaftig
kraftvoll
und rein.

Ihr müsst nichts dafür tun
ihr müsst nichts mehr werden
vollkommen frei
in eurem Sein
seid ihr getragen
seid ihr geborgen
Märchenmonds Kinder
ihr seid Daheim.

Ke’ita

Emotionen

… so unverhohlen brecht ihr aus mir heraus.
Ihr überwältigt mich.
Ich habe keine Chance
fühl ich mich euch ausgeliefert und so hilflos.
Hilflos wie ein Kind, das aus den Armen seiner Mutter gerissen wird.

Wo ist nur die Wärme hin,
wo die liebevolle Aufmerksamkeit,
die Fürsorge und Liebe?

Ich bin allein.
Und schutzlos.
Fühle mich nackt, vollkommen nackt.
Jede Berührung erfüllt mich mit Hoffnung
und zugleich mit furchtbarer Angst.
Angst davor, wieder allein gelassen zu werden.

Ich verstehe mich selbst nicht.
Dieses „Ding“ in mir drängt nach oben,
drängt sich heraus, wie Eiter aus einem Geschwür.
Was willst du mir nur sagen?
Ich versuche dir zuzuhören,
versuche auf dich einzugehen.
Und du beschimpfst mich,
ziehst mich in den Dreck.
Sagst mir ich sei dumm und wertlos.
Du lässt mich zittern und beben,
nur ein Wort von dir und jede Schutzmauer,
die ich für dich errichtet habe stürzt in sich zusammen.

Ein See aus ungeweinten Tränen,
lang ignoriertem Schmerz,
tief vergrabener Angst,
ungelebter Scham
strömt aus mir heraus.

Ich bin allein.
Mit mir und meinem Schatten.
Suche das Licht.
Suche den Sinn.
Halte Ausschau nach Liebe.

Fündig werde ich nur in den Momenten der Stille.
In meinem Kopf…
In den Momenten, in denen ich es schaffe
dich zu beruhigen und
mein Herz zu öffnen.
Für mich selbst – und all das, was gerade passiert.
Und für dich. Du Schatten meiner Selbst.
Ja… Ich verstehe dich nicht.
Aber ich sehe dich.
spüre dich.
Weiß, dass du da bist.

Diese Momente der Stille,
der heilsamen Stille,
geben mir Kraft um dir erneut zu begegnen.
Bis du mir sagen kannst, was du zu sagen hast.
Bis ich dir geben kann, was du brauchst.
Bis wir uns liebevoll im Arm halten.
Bis wir endlich Frieden schließen können…

Manchmal ist es wichtig…

Manchmal ist es wichtig…

… sich vollkommen im Chaos zu verlieren, um das Bedürfnis zu haben einen Weg zurück in seinen Ur-Kern zu finden.

… die Vor-stellung, wie etwas sein könnte, loszulassen,
Auch wenn man es sich noch so sehr gewünscht hätte.

… lieb gewonnene Menschen allein weitergehen zu lassen, wenn es nicht dem höchsten Wohle aller dient, sie auf ihrem Weg zu begleiten.

… sich über nichts im Klaren zu sein und im Dunkeln zu tappen, um Schritt für Schritt ins Licht zu gehen und zu erkennen was wirklich, wirklich wichtig ist.

… sein Leben auf den Kopf zu stellen, es vor einem auszubreiten, sich ehrlich zu fragen was man noch mit sich tragen möchte um danach alles neu zu ordnen.

… still zu werden und dem eigenen Herzen zu lauschen um endlich zu verstehen was es einem schon so lange mitteilen möchte.

… mutig zu sein, über seinen Schatten zu springen und „einfach“ etwas Neues zu beginnen. Ohne sich darüber Sorgen zu machen, was alles passieren könnte und ohne zu wissen, was auf einen zu kommt.

… sich für einen Weg zu entscheiden um ihn in vollkommener Klarheit, seiner ureigenen Kraft, mit offenen Herzen und einem neckischen blitzen in den Augen, zu beschreiten.

Manchmal ist es wichtig durchzuhalten und zu tun was nötig ist,
um zu guter Letzt gestärkt, ein Stückchen weiser,
dem eigenen Wesen näherkommend,
zu lernen es in all seinen Facetten anzunehmen
und die Liebe zu sich selbst wahrhaftig zu leben.

Was wäre, wenn…

Was wäre, wenn die größte Macht,
jene Ängste in dir haben,
welche scheinbar im Dunklen liegen?
Sicher verschlossen und eingesperrt.
Aus den Augen – aus dem Sinn.

Was wäre, wenn diese Schatten
dennoch bemerkt, gesehen
und gefühlt werden wollen?
Wenn sie deine Handlungen
und dein Erleben färben
und du dir nicht bewusst bist,
dass du durch ihren Schleier blickst?

Was wäre, wenn irgendwann
doch der Moment kommt,
indem du sie nicht mehr
verleugnen kannst?

Was wäre, wenn du dann ehrlich zu dir bist
und den Mut aufbringst
dich der Dunkelheit in dir zu stellen.
Ihr von Angesicht zu Angesicht
entgegen trittst – mit schlotternden Knien,
angsterfülltem Herzen
und Tränen, die wie warme Flüsse
über dein Gesicht strömen?

Was wäre, wenn die Intensität deiner Gefühle
beinahe unerträglich wird und du glaubst,
dass du sie nicht länger aushalten kannst?

Was wäre, wenn du dann
einfach schwach, hilflos, verzweifelt,
unsicher und wütend BIST?

Was wäre, wenn diese Gefühle
anstatt sich zu verstärken
mit der Zeit schwächer werden?
Und du ihrer
einfach gewahr bist,
dann wenn sie sich zeigen.

Was wäre, wenn du es schaffst
auf sie zu blicken –
ohne dem Gefühl der Angst?
Weil du erkannt hast,
dass ALLES ein Teil von dir ist?

Was wäre, wenn du dir gestattest
dich selbst vorbehaltlos zu lieben?

Was, wenn du bemerkst,
dass du auch die Schatten in dir
lieben kannst?

Und was wäre,
wenn du sie durch deine Liebe
in eine Quelle des Lichtes
verwandeln könntest?

Was wäre dann?